Kundenbindung: Das Marketingziel eines erfolgreichen Unternehmens

Die Kundenbindung stellt eines der wichtigsten Marketingziele eines erfolgreichen Unternehmens dar. Denn ohne Kunden, und vor allem ohne Stammkunden ist es für jedes Unternehmen schwer erfolgreich zu sein und zu bleiben. Um die Treue und Loyalität von Kunden zu gewinnen müssen einige Maßnahmen getroffen werden, denn das Vertrauen des Kunden baut sich nicht von alleine auf.

Durch verschiedene Instrumente wie Bonusprogramme oder ein Feedbacksystem kann dabei eine Steigerung der Kundenbindung erfolgen. Damit du genau weißt, worauf du bei der Steigerung der Kundenbindung achten musst und welche Arten und Instrumente dir in diesem Bereich nützlich werden könnten, haben wir dir in diesem Ratgeber einmal alle wichtigen Fragen zu diesem Thema zusammengefasst und kurz und bündig beantwortet.

Table of Contents

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Kundenbindung liegt vor, wenn der Kunde dem Unternehmen gegenüber loyal ist und er langfristig darin bestrebt ist, bei diesem Unternehmen zu bleiben ohne ihm abzuwandern.
  • Die fünf Arten der Kundenbindung sind die vertragliche Bindung, die ökonomische Bindung, die situative Bindung, die technisch-funktionale Bindung und die psychisch-emotionale Bindung.
  • Die Kundenzufriedenheit stellt einen wichtigen Bestandteil der Kundenbindung dar, ist der Kunde mit den erbrachten Leistungen zufrieden bleiben sie dem Unternehmen häufig treu.

Hintergründe: Was bedeutet Kundenbindung und warum ist sie so wichtig?

Kundenbindung stellt einen der wichtigen Eckpfeiler des Marketings dar. Nur zufriedene Kunden bleiben dem Unternehmen treu und können als Stammkunden gewonnen werden. Doch bevor die Loyalität eines Kunden gewonnen werden kann gilt es, den Kunden zufriedenzustellen und ihn von deinem Unternehmen oder Produkt zu überzeugen. Im nächsten Abschnitt erfährst du deshalb alles Rund um das Thema Kundenbindung und warum sie so wichtig ist(1, 2, 3).

Was bedeutet Kundenbindung?

In erster Linie geht es bei der Kundenbindung um den Erhalt der Treue von Kunden, welche bereits Produkte oder Dienstleistungen des Anbieters erworben haben. Unternehmen greifen dabei auf verschiedene Methoden zurück, um den Kunden langfristig an das eigene Unternehmen zu binden.

Prinzipiell liegt eine Kundenbindung dann vor, wenn der Kunde dem Unternehmen gegenüber loyal ist und er langfristig darin bestrebt ist bei diesem Unternehmen zu bleiben ohne zu einem der Mitbewerber abzuwandern. Die Methoden der Kundenbindung beginnen dabei meist schon beim ersten Kontakt eines Kunden mit dem Unternehmen und werden im Laufe der Kundenbeziehung möglichst immer weiter vertieft(1, 2, 3, 10, 13).

Warum ist Kundenbindung wichtig?

Zu Beginn eines jeden Unternehmensstart ist es wichtig, vor allem neue Kunden zu gewinnen. Doch für ein erfolgreiches Unternehmen ist es auch wichtig, diese neuen Kunden langfristig halten zu können. Denn nur so lässt sich ein Kundenstamm aufbauen, welcher auch in Zukunft immer wieder Käufe tätigt oder Dienstleistungen bucht. Um diesen Kundenstamm aufzubauen, sollte insbesondere auf die Customer Experience geachtet werden. Bei der Customer Experience geht es in erster Linie darum, positive Kundenerfahrungen zu schaffen.

Lediglich ein glücklicher und zufriedener Kunde, der mit der in Anspruch genommenen Leistung des Unternehmens zufrieden ist, wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch beim nächsten Kauf erneut für dieses Unternehmen entscheiden.

Die Kundenbindung sorgt also dafür, dass die Kunden nicht abwandern und dem Unternehmen langfristig treu bleiben. Nicht zu verachten ist ebenfalls die Mundpropaganda zufriedener Kunden. Sind die Kunden mit den Leistungen überaus zufrieden, werden sie dies auch ihren Freunden und der Familie berichten. Auch diese Nebenwirkung einer positiven Kundenbindung sollte nie unterschätzt werden(1, 5, 13).

Welche Arten der Kundenbindung gibt es?

Ein Kunde kann auf verschiedene Arten an einen Anbieter gebunden werden. Im nachfolgenden Teil werden wir dir alle Arten auflisten und dir einen groben Überblick darüber geben, worum es sich bei ihnen handelt.

Eine Kundentreue, welche aus Verpflichtungen und erzwungenen Bindungen besteht, kann dem Kunden schnell zur Last werden. Die Bindung kann dadurch Unzufriedenheit und Missmut bei dem Kunden schaffen. Lediglich eine freiwillige Bindung sorgt für eine Identifikation des Kunden mit dem Produkt oder dem Anbieter und schafft es so die Loyalität des Kunden zu gewinnen.

Vertragliche Bindung

Eine vertragliche Kundenbindung stellt eine rechtliche Bindung des Kunden an den Anbieter dar. Diese Art der Kundenbindung ist von allen Arten am einfachsten zu erkennen, da in den meisten Fällen ein Vertrag in schriftlicher Form vorliegt. Bei der vertraglichen Bindung verpflichtet sich der Kunde für eine bestimmte Zeit für die Abnahme weiterer Produkte bei diesem Anbieter. Dabei obliegt dem Kunden keinerlei juristischen Möglichkeit den Anbieter in diesem festgelegten Zeitraum zu wechseln.

Vorteile
  • Vertraglich gesicherte Kundenbindung
  • Für einen bestimmten Zeitraum
  • Sicherheit für beide Parteien
Nachteile
  • Zwingt Kunden zu Käufen
  • Kann Frust beim Kunden auslösen

Beide Vertragsparteien verpflichten sich also zu wechselseitigen Rechten und Pflichten, welche auch rechtlich eingefordert werden können. So wird eine gewisse Sicherheit für beide Parteien gewährleistet. Als bekanntes Beispiel für eine vertragliche Bindung steht der Bertelsmann Club. Die Mindestmitgliedschaft im Bertelsmann Club beträgt zwei Jahre und gewährleistet eine regelmäßige Bestellung der Mitglieder(5, 6, 7, 8, 10, 13).

Ökonomische Bindung

Die ökonomische Bindung wird häufig erst am bevorstehenden Ende einer Beziehung zwischen Kunde und Anbieter deutlich. Durch zu hohe Wechselkosten, den Wegfall von Bonis oder Kosten für eine Vertragsaufhebung entsteht dem Kunden beim Anbieterwechsel dabei ein finanzieller Nachteil. So stellt sich der Kunde vor dem möglichen Wechsel erneut die Frage, ob ihm der Wechsel diese Unkosten Wert sind und hindert ihn im besten Falle daran einen anderen Anbieter in Anspruch zu nehmen.

Aber auch im umgekehrten Fall lässt sich die ökonomische Bindung erreichen. Zum Beispiel funktionieren Rabattmarkensysteme ebenfalls nach diesem Prinzip. Insbesondere Sammelprogramme wie es bei Vielfliegerprogrammen der Fall ist motivieren die Kunden dazu bei dem jeweiligen Anbieter zu bleiben, da ihnen dadurch bei jedem Kauf oder bei jeder Verwendung Vorteile entstehen. Da diese Vorteile bei einem Anbieterwechsel verfallen würden, bleiben die Kunden dem Anbieter meist treu um wiederum in keinen finanziellen oder anderweitigen Nachteil zu geraten(56781013).

Situative Bindung

Eine situative Kundenbindung entsteht vor allem durch äußere Umstände. Dabei kann es sich um die günstige Erreichbarkeit des Anbieters für den Kunden, aber auch die entsprechende Marktsituation handeln. Gerade der Laden um die Ecke wird häufig lediglich aus Bequemlichkeit und der räumlichen Nähe zum Kunden besucht. Mittlerweile ist es jedoch auch für regionale Anbieter deutlich schwerer geworden, sich auf die situative Bindung zu verlassen. Insbesondere Online Anbieter, welche teilweise sogar eine Lieferung am nächsten Werktag anbieten stellen dabei eine große Konkurrenz der heimischen Anbieter dar(56781013).

Technisch-Funktionale Bindung

Gerade im Bereich von technischen Systemen aber auch Möbeln wird oft mit einer technisch-funktionalen Bindung gearbeitet. Hier wird häufig auch von einer technischen Abhängigkeit gesprochen. Im Bereich der Computersysteme tritt dieses Phänomen häufiger auf, oft passen Kabel oder Systeme anderer Anbieter nicht zusammen. Möbelanbieter arbeiten dabei vor allem mit Möbeln im Baukastensystem, dadurch bieten sie dem Kunden eine große Vielfalt an Kombinationen ihrer eigenen Systeme an. Möchte man jedoch das Baukastensystem eines Anbieters mit dem eines anderen Anbieters kombinieren, funktioniert dies meistens nicht.

So bindet der Anbieter den Kunden wieder an seine Produkte, denn nur diese funktionieren miteinander. Auch Handyanbieter setzen gelegentlich auf die technisch-funktionale Bindung zu ihren Kunden durch technische Kompatibilität aber auch ein einheitliches Design(56781013).

Psychisch-Emotionale Bindung

Die psychisch-emotionale Bindung ist die einzige Kundenbindung, welche sich lediglich indirekt steuern lässt. Hierbei handelt es sich ebenfalls um die einzige Form der Kundenbindung, auf die sich der Kunde freiwillig einlässt, weswegen sie jeder erzwungenen Bindung vorzuziehen ist.

Vorteile
  • Nicht erzwungen
  • Lässt auf hohe Kundenzufriedenheit schließen
  • Häufig freiwillige Mundpropaganda des Kunden
Nachteile
    • Lediglich indirekte Steuerung möglich

Diese Bindung lässt sich vor allem auf positive Vorerfahrungen und eine hohe Kundenzufriedenheit zurückführen. Der Kunde möchte freiwillig bei dem entsprechenden Anbieter bleiben, obwohl er jederzeit wechseln könnte. Der Kunde baut so eine gewisse Loyalität und Verbundenheit zum Anbieter auf(5, 6, 7, 8, 10).

Welche Instrumente werden für die Kundenbindung eingesetzt?

Für das Aufbauen einer Kundenbindung werden verschiedene Instrumente benötigt. Als Instrumente werden hierbei Maßnahmen beschrieben, die zu einer Steigerung der Kundenbindung führen können.

Nachfolgend werden wir dir ein paar dieser Instrumente vorstellen und erklären. Achte dabei jedoch darauf, dass es sich hierbei um keine vollständige Liste aller Instrumente zur Kundenbindung handelt.

  • Exzellenter Service: Eine Service-Hotline, fachliche Beratung aber auch die Liefermöglichkeiten, all das lässt sich, wenn es ordentlich betrieben wird unter einen exzellenten Service verbuchen. Bei einem exzellenten Service gilt es vor allem darauf zu achten, dass altbekannte Prinzip: “Der Kunde ist König” zu berücksichtigen. Wenn deine Mitarbeiter zuvorkommend, lösungsorientiert und freundlich mit deinen Kunden umgehen, hinterlässt dies immer einen positiven Eindruck auf das Unternehmen.
  • Bonusprogramme: Egal ob Merchandise, Coupons, der frühzeitige Zugriff auf neue Produkte oder ein besonderer Service eignen sich als Bonus für fast jedes Unternehmen. Die meistgenutzte Methode für Bonusprogramme ist das Punktesystem. Regelmäßige Kunden verdienen Punkte, welche sie dann später für eine Belohnung wieder ausgeben können. Am besten eignet sich hierfür ein Stufensystem, so werden schon früh wiederholte Einkäufe belohnt und der Anreiz auf die wertvolleren Preise geweckt.
  • Personalisierung: Ein Individualisiertes Angebot für Kunden kann ebenfalls als Instrument für die Kundenbindung eingesetzt werden. Dieses, auch Empfehlungsmarketing genannte Instrument kann bei einem Kunden das Gefühl vermitteln, gekannt und persönlich betreut zu werden.
  • Kundenfeedback: Das Feedback der Kunden zählt zu einer der wichtigsten Instrumente der Kundenbindung. Du erfährst nur genau was deine Kunden wirklich wollen, wenn du sie explizit danach fragst. Manchmal kann alleine die Tatsache, dass ein Kunde nach seiner Meinung gefragt wird schon einen positiven Eindruck hinterlassen. Feedback sollte dabei im optimalen Fall direkt nach dem Kauf abgefragt werden.
  • Community-Building: Viele Kunden legen Wert auf ein Zugehörigkeitsgefühl und Interaktion mit anderen. So kannst du z.B. mit einem Social-Media-Auftritt oder einem Forum die Bindung zu deinen Kunden stärken. Deine Community sollte dabei das Gefühl haben, Teil von etwas Besonderem zu sein. Die pflege dieser Kanäle ist dabei genauso wichtig, wie ein familiärer Umgang mit den Kunden.
  • Cross-Selling: Beim Cross-Selling geht es darum, dem Kunden neben der in Anspruch genommenen Dienstleistung oder dem verkauften Produkt noch weitere Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. So werden häufig beim Kauf eines Autos, ebenfalls Winterreifen vermittelt. So wird der gesamte Bedarf des Kunden mit den eigenen Produkten abgedeckt.
  • Systemangebote: Systemangebote erschweren dem Kunden sich nach dem Kauf von dem Unternehmen abzuwenden. Es werden Barrieren für den Kunden aufgebaut, welche einen Wechsel erschweren oder sogar fast unmöglich machen. Einer der bekanntesten Firmen, die sich dem Systemangebot zu Nutze machen ist Apple. Wichtig ist es jedoch, dass es dem Kunden einen Vorteil verschafft und das Systemangebot nicht erzwungen wird.

Bei den Maßnahmen der Kundenbindung sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Je nach Unternehmen und verkauftem Produkt oder Dienstleistung kann die Auswahl deiner Instrumente natürlich auch variieren(4, 6, 11) .

Welche Maßnahmen zur Kundenbindung gibt es?

Wie du im vorherigen Abschnitt bereits gesehen hast, gibt es viele Instrumente, die du zur Steigerung der Kundenbindung nutzen kannst. In der nachfolgenden Tabelle findest du Anregungen für Maßnahmen der Kundenbindung. Diese Tabelle soll dir einen kleinen Einblick über die Vielzahl an Kundenbindungsmaßnahmen verschaffen und dir als Anregung für deine ganz persönliche Kundenbildungsmaßnahme dienen.

 
Klassische Maßnahmen Kommunikations- maßnahmen Persönlichkeit Bevorzugte Bahandlung
Kundenclub
Fester Ansprechpartner
Persönliche Atmosphäre
“Bessere” Bedienung
Coupons
Beschwerden ernst nehmen
Namensschilder
Exklusiv-Angebote
Geschenke/Mitgebsel
Social Media/Webseite
Grußkarten
Ankündigungen von Rabatten
Bonusprogramme
Feedback einholen
Events veranstalten
Aufmerksamkeiten zu besonderen Anlässen

(7, 12)

Die Maßnahmen der Kundenbindung sind vielfältig, neben den oben bereits genannten lassen sich noch etliche weitere Maßnahmen aufzählen. Wichtig beim Ermitteln der richtigen Maßnahme ist natürlich immer das Bedürfnis deiner Kunden. Je nach Branche und Produkt kann dieses Bedürfnis variieren und daher sollten auch deine Kundenbildungsmaßnahmen variieren.

Überrasche deine Kunden mit kleinen Aufmerksamkeiten und versuche sie immer wie etwas Besonderes zu behandeln. Denn nur wenn sich ein Kunde gut aufgehoben und besonders fühlt, kannst du dich auf die Loyalität der Kunden verlassen.

Beispiel eines Kundenbindungsprogramms

Ein Beispiel für ein ausgeprägtes Kundenbindungsprogramm ist Amazon. Durch das vielfältige Angebot, Personalisierung und dem umfassenden Service trägt Amazon viel zur Kundenbindung bei. Als eine der wirkungsvollsten Maßnahmen von Amazon ist jedoch Amazon Prime zu nennen.

Im Voraus bezahlen die Kunden hier einen festen Betrag um sowohl Expresslieferungen als auch Prime Video und Prime Music nutzen zu können. Um die Expresslieferung möglichst großzügig auszunutzen, sodass es sich am Ende auch für den Kunden rechnet, versucht der Kunde natürlich so viel wie möglich über Amazon zu bestellen.

Aber auch Aktionstage wie der Amazon Cyber Monday, Amazon Prime Days oder der Black Friday locken die Kunden vor allem mit Vorteilen für Prime Mitglieder. Ebenfalls wird der Kundenkontakt zu keiner Zeit aus der Hand gegeben. So informiert Amazon den Kunden zum Beispiel immer selbst über den Bestellstatus der Lieferung und überlässt dies nicht dem Versanddienstleister(9).

Welche strategischen Aspekte sollten bei der Kundenbindung beachtet werden?

Wie bei so gut wie jedem Marketingziel solltest du auch bei der Kundenbindung möglichst strategisch vorgehen. Im nachfolgenden Teil haben wir dir deshalb sechs Punkte zusammengefasst, welche bei deiner Bindungsstrategie berücksichtigt werden sollten. Zu Beginn sollte sich also immer die Frage gestellt werden, welches Objekt die Kundenbindung auslösen soll. Dabei kann sich sowohl auf das ganze Unternehmen, ein einzelnes Produkt oder der Absatzmittler bezogen werden.

 
Nr. Strategischer Aspekt W-Frage
1.
Bezugsobjekt der Kundenbindung
Was?
2.
Zielgruppe der Kundenbindung
Wer?
3.
Arten der Kundenbindung
Wie?
4.
Festlegung der Kundenbindungsinstrumente
Womit?
5.
Intensität und Timing der Kundenbindung
Wie oft und wann?
6.
Kooperationsstrategien der Kundenbindung
Mit wem?

(7)

Danach kann festgelegt werden, wer, wie also mit welcher Art der Kundenbindung und mit welchen Kundenbindungsinstrumenten weiter verfahren wird. Ein weiterer wichtiger Punkt stellt außerdem die Intensität dar, wie oft und wann kann ich meinen Kunden damit konfrontieren, ohne dass dieser von den Maßnahmen genervt wird. Zuallerletzt kann sich ebenfalls überlegt werden, ob eine Zusammenarbeit mit einem anderen Unternehmen eine effizientere Kundenbindung erreichen könnte(7).

In welchem Zusammenhang stehen Kundenbindung und Kundenzufriedenheit?

Im Zusammenhang mit der Kundenbindung lässt sich auf vielen Seiten auch immer wieder das Wort Kundenzufriedenheit finden. Doch in welchem Zusammenhang stehen diese beiden Begrifflichkeiten überhaupt miteinander? – Die Kundenzufriedenheit ist ein wichtiger Bestandteil der Kundenbindung. Die Kundenzufriedenheit setzt sich dabei vor allem aus den Vorstellungen und Erfahrungen des Kunden zusammen. Jeder Kunde hat, bevor er sich für ein Produkt bzw. ein Unternehmen entscheidet eine gewisse Grunderwartung. Dieser Soll-Zustand setzt sich vor allem aus Erwartungen, Wünschen, Erfahrungen und den persönlichen Anspruch an den Kauf bzw. den Anbieter zusammen.

Ziel eines Unternehmens stellt es dann dar, diesen Soll-Zustand im Ist-Zustand zu erfüllen oder im besten Fall sogar zu übertreffen. Daher setzt sich die Kundenzufriedenheit aus der Differenz zwischen den Erwartungen des Kunden und der Erfüllung der Erwartungen zusammen.

Mindestziel: Übereinstimmung von Soll- und Ist-Zustand

Dabei können Soll- und Ist-Zustand sowohl übereinstimmen, aber auch im positiven oder negativen Sinne weit auseinander driften. Bleibt der Ist-Zustand weit unter den Erwartungen des Kunden wird er eher enttäuscht sein und die Kundenzufriedenheit nicht wirklich gegeben sein.

Der Ist-Zustand kann jedoch den Soll-Zustand auch übertreffen und somit ein Wow-Erlebnis beim Kunden auslösen, was einen positiven Effekt auf die Kundenzufriedenheit darstellt. Daher ist die Kundenzufriedenheit auch so wichtig für eine gute Kundenbindung, denn nur zufriedene Kunden werden auch weiterhin an dem Produkt oder dem Unternehmen festhalten und sich nicht abwenden(4).

Wie wird die Kundenbindung gemessen ?

Die Kundenbindung kann je nach Firmenstrategie unterschiedlich gemessen werden. Dabei unterscheiden sich im Großen und Ganzen vier unterschiedliche Messungsarten. Die Retention Rate, der Net Promoter Score, die Chrun Rate und der Customer Effort Score (CES).

Nachfolgend haben wir dir alle vier Varianten aufgelistet und kurz und bündig zusammengefasst. Verschiedene Messtechniken können natürlich auch miteinander kombiniert werden, sodass ein aussagekräftiges Ergebnis der Kundenbindungsmessung für dein Unternehmen entsteht.

  • Retention Rate: Die Kundenbindungsrate zeigt das Verhältnis von Bestandskunden zu abgewanderten Kunden über einen definierten Zeitraum an. Dabei werden die gehaltenen Kunden minus der neuen Kunden berechnet und danach das Ergebnis durch die Kunden zu Beginn des definierten Zeitraums dividiert. Im Anschluss wird das Ergebnis mit 100 multipliziert. Das errechnete Ergebnis, also die Kundenbindungsrate sollte im besten Fall hoch ausfallen.
  • Net Promoter Score: Hier wird eine direkte Befragung der Kunden durchgeführt. Dabei stellst du deinen Kunden die Frage, ob sie dein Unternehmen weiterempfehlen würden und bietest ihnen Antwortmöglichkeiten von 1 bis 10. Dabei stellen Kunden, die eine Zahl zwischen 1 und 6 angekreuzt haben Kritiker dar und Kunden, die eine 9 oder 10 angekreuzt haben gelten als Promoter. Dann solltest du den prozentualen Anteil der Kritiker vom prozentualen Anteil der Promoter abziehen. Natürlich lässt auch hier ein hoher Net Promoter Score, also eine höhere Anzahl an Promotern, auf ein gutes Kundenbindungsprogramm schließen.
  • Churn Rate: Hierbei wird festgestellt, wie viele Kunden im Verhältnis zum Kundenstamm in einem festgelegten Zeitraum dem Unternehmen abwandern. Die Quote unter Kunden im Bonusprogramm sollte dabei geringer ausfallen als unter den üblichen Kunden.
  • Customer Effort Score (CES): Der CES ist ähnlich dem Net Promoter Score zu sehen. Doch hier stellst du deinen Kunden die Frage, wie viel Mühe sie investieren mussten, um ein Problem mit dem Unternehmen zu lösen.

Es werden immer wieder neue Ansätze zum Messen der Kundenbindung entwickelt und verwendet. Die oben genannten Messtechniken haben sich im Laufe der Zeit bewährt und können dir dabei helfen einen Überblick über die Kundenbindung in deinem Betrieb zu liefern(13).

Fazit

Das Marketingziel der Kundenbindung stellt also eines der wichtigsten Eckpfeiler für ein erfolgreiches Unternehmen dar. Vor allem die psychisch-emotionale Bindung eines Kunden spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn eine freiwillige Bindung sollte einer erzwungenen Bindung immer vorgezogen werden.

Neben den unterschiedlichen Arten finden sich aber auch die unterschiedlichsten Instrumente und Methoden zur Kundenbindung wieder. Um sich dabei jedoch nicht im Dschungel der Methoden zu verlieren, ist es wichtig strategisch Vorzugehen. Durch das strategische Vorgehen wird klar, an wen oder welches Produkt die Kunden gebunden werden sollen und vor allem mit welchen Maßnahmen dies am besten zu erreichen ist.

1. act.com Was ist Kundenbindung und warum ist sie wichtig für Ihr Unternehmen?
Source

2. onpulson.de Kundenbindung
Source

3. businessinsider.de Kundenbindung 01.01.2019
Source

4. zenloop.com Kundenzufriedenheit: Ein Leitfaden Susan Levermann 30.03.2021
Source

5. hdms.bsz-bw.de Kundenbindung als Marketingziel Marianne Frey
Source

6. grin.com Kundenbindung und Kundenbindungsprogramme: Ziele und Methoden Stefan Meier 2005
Source

7. marketinginstitut.biz Kundenbindung – So sichern Sie sich Ihren Unternehmenserfolg
Source

8. digital-sales.de Kundenbindung – Machen sie sich attraktiv
Source

9. parcellab.com 3 Tipps für eine Kundenbindung wie Amazon Corinna
Source

10. zenloop.com Fünf Arten effektiver Kundenbindung und erfolgreiche Maßnahmen Susan Levermann 30.03.2021
Source

11. honestly.de Kundenbindung: 7 effektive Instrumente und Maßnahmen Clemens Geer 23.05.2017
Source

12. clockodo.com 17 einfache Maßnahmen zur Kundenbindung, die wirklich wirken
Source

 

12. Capterra.com: Studie zur Wichtigkeit von Online-Bewertungen in Deutschland
Source

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